Aktuelles

EUROPA SINGT

Kantaten und Motetten von der Spätrenaissance bis zum Spätbarock
von J.S. Bach, Monteverdi, Purcell, Sweelinck, u.a.

SAMSTAG, 18. Mai 2019 / 19:30 UHR​
St. JACOBI, HAMBURG
Karteninformation

SONNTAG, 19. Mai 2019 / 17 UHR
DOM St. JOHANNIS, MELDORF
Karteninformation

 

Würden die großen Werke der Musik so klingen, wie wir sie heute kennen und schätzen, wenn die Tonkünstler nur in Abgeschiedenheit ihrer heimatlichen Komponierstube gelebt und gearbeitet hätten? – Ein solches Gedankenexperiment lenkt den Blick weg vom ureigenen, schöpferischen Einfall des Künstlers und hin zu der Frage, was den Musikschaffenden beeinflusste, welche Prägungen er erfuhr und welche Kenntnisse er erlangte. Schon für die großen Meister der Renaissance und des Barock lagen die künstlerischen Bezugspunkte nicht nur in der eigenen Kompositionstradition. Obgleich ein Austausch und Reisen beschwerlich waren, suchten und fanden sie musikalische Anregung weit über ihre Heimat hinaus, bis hin zu den fernen Städten, Fürstentümern und Königshäusern Europas. 

Claudio Monteverdi (1567-1643), der aus dem Herzogtum Mailand stammte und als Schlüsselfigur in die europäische Musikgeschichte eingehen sollte, war in seinen Jugendjahren stark beeinflusst von der niederländischen Polyphonie und lernte als junger Mann am Hof von Mantua und bei einer Reise nach Flandern die großen Meister des modernen franko-flämischen Gesangsstils kennen. Sein niederländischer Zeitgenosse Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) vertonte seine Vokalwerke in französischer, italienischer und lateinischer Sprache auf der Basis gründlicher Kenntnisse der englischen und italienischen Musik. Der europaweit geschätzte, in Amsterdam wirkende Organist und Komponist prägte u.a. die gesamte norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts. 

Ihr bedeutendster Vertreter, ein Enkelschüler Sweelincks, war der dänisch-deutsche Organist und Komponist Dietrich Buxtehude (1637-1707). Der in Helsingborg, Helsingør und schließlich in Lübeck schaffende Musiker wurde mit seinen vielgerühmten Lübecker Abendmusiken und Werkinterpretationen wiederum zu einem musikalischen Vorbild und Ansporn für Johann Sebastian Bach (1685-1750), der als 20-Jähriger gut 400 km Fußmarsch auf sich nahm, um Buxtehudes Orgelspiel „zu behorchen“. Bach ließ sich zudem in jungen Jahren „durch öftere Anhörung“ französischer Ensembles und Virtuosen von der Musik „im französischen Geschmack“ begeistern und studierte im Laufe seines Lebens zahlreiche Partituren italienischer und französischer Komponisten. 

Auch in den Werken eines der bedeutendsten englischen Komponisten, Henry Purcell (1659-1695), sind französische und italienische Stilelemente unüberhörbar. Der in London wirkende Komponist verstand sie in einzigartiger Weise einer englischen Form der Barockmusik einzuverleiben. Nur Wenigen schließlich dürften die Werke des Crato Bütner (1616-1679) bekannt sein, der vermutlich aus Thüringen stammte und die norddeutsch-niederländische Chor- und Orgelkunst kennenlernte, bevor er in Danzig als Kantor und Komponist arbeitete. Unter seiner Leitung gelangte die protestantische Kirchenmusik in der östlichen Hansestadt zu einer bis dahin nie da gewesenen Blüte. 

Das Programm unserer Konzerte präsentiert wenige Tage vor der Europawahl die beeindruckende Vielfalt europäischer Musik von der Spätrenaissance bis zum Spätbarock und soll sowohl Vergnügen als auch Erinnerung daran sein, was Europa seit Jahrhunderten eint.

 

 

 

PROGRAMM

Claudio Monteverdi: “Cantate Domino canticum novum” u.a.
Jan Pieterszoon Sweelinck: Pseaume 42 und 150
Henry Purcell: “Rejoice in the Lord alway” u.a.
Dietrich Buxtehude: “Nimm von uns, Herr, du treuer Gott”
Crato Bütner: “Anima Christi”
Johann Sebastian Bach: “Lobet den Herrn, alle Heiden”

 

 

MITWIRKENDE

Harvestehuder Kammerchor
Ensemble Schirokko Hamburg

Edzard Burchards, Leitung

EUROPA SINGT

Kantaten und Motetten von der Spätrenaissance bis zum Spätbarock
von J.S. Bach, Monteverdi, Purcell, Sweelinck, u.a.

Harvestehuder Kammerchor
Ensemble Schirokko Hamburg
Edzard Burchards, Leitung

Sa, 18. Mai 2019 / 19:30 Uhr​
St. JACOBI, HAMBURG
Karteninformation

So, 19. Mai 2019 / 17 Uhr
DOM ST. JOHANNIS, MELDORF
Karteninformation

 

Würden die großen Werke der Musik so klingen, wie wir sie heute kennen und schätzen, wenn die Tonkünstler nur in Abgeschiedenheit ihrer heimatlichen Komponierstube gelebt und gearbeitet hätten? – Ein solches Gedankenexperiment lenkt den Blick weg vom ureigenen, schöpferischen Einfall des Künstlers und hin zu der Frage, was den Musikschaffenden beeinflusste, welche Prägungen er erfuhr und welche Kenntnisse er erlangte. Schon für die großen Meister der Renaissance und des Barock lagen die künstlerischen Bezugspunkte nicht nur in der eigenen Kompositionstradition. Obgleich ein Austausch und Reisen beschwerlich waren, suchten und fanden sie musikalische Anregung weit über ihre Heimat hinaus, bis hin zu den fernen Städten, Fürstentümern und Königshäusern Europas. 

Claudio Monteverdi (1567-1643), der aus dem Herzogtum Mailand stammte und als Schlüsselfigur in die europäische Musikgeschichte eingehen sollte, war in seinen Jugendjahren stark beeinflusst von der niederländischen Polyphonie und lernte als junger Mann am Hof von Mantua und bei einer Reise nach Flandern die großen Meister des modernen franko-flämischen Gesangsstils kennen. Sein niederländischer Zeitgenosse Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) vertonte seine Vokalwerke in französischer, italienischer und lateinischer Sprache auf der Basis gründlicher Kenntnisse der englischen und italienischen Musik. Der europaweit geschätzte, in Amsterdam wirkende Organist und Komponist prägte u.a. die gesamte norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts. 

Ihr bedeutendster Vertreter, ein Enkelschüler Sweelincks, war der dänisch-deutsche Organist und Komponist Dietrich Buxtehude (1637-1707). Der in Helsingborg, Helsingør und schließlich in Lübeck schaffende Musiker wurde mit seinen vielgerühmten Lübecker Abendmusiken und Werkinterpretationen wiederum zu einem musikalischen Vorbild und Ansporn für Johann Sebastian Bach (1685-1750), der als 20-Jähriger gut 400 km Fußmarsch auf sich nahm, um Buxtehudes Orgelspiel „zu behorchen“. Bach ließ sich zudem in jungen Jahren „durch öftere Anhörung“ französischer Ensembles und Virtuosen von der Musik „im französischen Geschmack“ begeistern und studierte im Laufe seines Lebens zahlreiche Partituren italienischer und französischer Komponisten. 

Auch in den Werken eines der bedeutendsten englischen Komponisten, Henry Purcell (1659-1695), sind französische und italienische Stilelemente unüberhörbar. Der in London wirkende Komponist verstand sie in einzigartiger Weise einer englischen Form der Barockmusik einzuverleiben. Nur Wenigen schließlich dürften die Werke des Crato Bütner (1616-1679) bekannt sein, der vermutlich aus Thüringen stammte und die norddeutsch-niederländische Chor- und Orgelkunst kennenlernte, bevor er in Danzig als Kantor und Komponist arbeitete. Unter seiner Leitung gelangte die protestantische Kirchenmusik in der östlichen Hansestadt zu einer bis dahin nie da gewesenen Blüte. 

Das Programm unserer Konzerte präsentiert wenige Tage vor der Europawahl die beeindruckende Vielfalt europäischer Musik von der Spätrenaissance bis zum Spätbarock und soll sowohl Vergnügen als auch Erinnerung daran sein, was Europa seit Jahrhunderten eint.

 

PROGRAMM

Claudio Monteverdi: “Cantate Domino canticum novum” u.a.
Jan Pieterszoon Sweelinck: Pseaume 42 und 150
Henry Purcell: “Rejoice in the Lord alway” u.a.
Dietrich Buxtehude: “Nimm von uns, Herr, du treuer Gott”
Crato Bütner: “Anima Christi”
Johann Sebastian Bach: “Lobet den Herrn, alle Heiden”